Aktionsbündnis

Ravensburg 5G-frei im öffentlichen Raum

Kritik an 5G

Nach den Plänen der Bundesregierung soll in Deutschland die fünfte Generation der Mobilfunktechnik (5G) eingeführt werden - ohne vorherige Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne eine Technikfolgenabschätzung.  (1)

Neben einer erhöhten Strahlenbelastung gibt es viele weitere schwerwiegende Nachteile von 5G, die sich zum Teil auch sehr negativ auf unsere Umwelt auswirken.

Wir fordern, dass die Bürgermeister, die Gemeinderatsmitglieder und die Bürger der Stadt Ravensburg über diese neue, viele Lebensbereiche durchdringende Technologie umfassend informiert werden - auch über die Schattenseiten:

1. Nutzen für die Allgemeinheit: Für Smartphone-Kunden ergibt sich wenig Nutzen gegenüber 4G. Denn 5G taugt nicht wirklich zur Abdeckung von Funklöchern. Die Reichweite ist zu kurz, flächendeckender Ausbau zu teuer. (2)  

2. Stromverbrauch: Der IT-Sektor benötigt aktuell ca. 10 % des weltweiten Strombedarfs. Durch 5G und das damit verbundene Internet der Dinge kann dieser Wert in 20 Jahren auf über 30 % steigen. In Zeiten des Klimawandels erscheint dies vollkommen absurd. (3, 4)

3. Rohstoffverbrauch und Umweltbelastung: Die Zahl der mit dem Netz verbundenen Geräte soll sich vervielfachen. Entsprechend steigen auch die Datenmenge und der Bedarf an Rechenzentren. Nach Schätzungen der Deutschen Telekom sind EU-weit Investitionen von 500 Mrd. € nötig. (5) Das bedeutet einen enormen Verbrauch an Rohstoffen, die teilweise unter katastrophalen Arbeits- und Umweltbedingungen gefördert werden. Nach Ende der Lebensdauer entstehen Berge von giftigem Elektroschrott.

4. Smartmeter: Herkömmliche Zähler für Gas, Wasser und Strom sollen schrittweise durch intelligente, über Funk auslesbare Smartmeter ersetzt werden. Deren Lebensdauer beträgt nur einen Bruchteil im Vergleich zu konventionellen Geräten - obwohl die Anschaffungskosten viel höher sind. (6) Für Durchschnittshaushalte ergeben sich Mehrkosten. (7) Auch hinsichtlich Messgenauigkeit und Störanfälligkeit gab es schon viel Ärger. (8)
Begründet wird der Einsatz von Smartmetern mit besseren Steuerungsmöglichkeiten und angeblichem Einsparpotenzial im Energiebereich. Doch das wird von vielen Experten bezweifelt. (9)
Die bessere Anpassung des Stromverbrauchs auf die fluktuierende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien funktioniert allenfalls kurzfristig, da sich die Nutzung von Stromverbrauchern zeitlich nicht beliebig verschieben läßt. Für eine stabile regenerative Energieversorgung braucht es Speicherkraftwerke, um auch langfristige Schwankungen von Wind- und Sonnenenergie auszugleichen. Die Echtzeit-Überwachung von Millionen von Haushalten via Smartmeter kann dazu rein gar nichts beitragen.

5. Weltraum: Ergänzend zu 5G-Anlagen auf der Erde sollen über 15 000 Satelliten im All stationiert werden - weit mehr als der bisherige Bestand. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen mit unkontrolliert umherfliegendem Weltraumschrott. Jede Kollision erzeugt ihrerseits massenhaft neue Bruchstücke. So entsteht ein Lawinen-Effekt, der langfristig unverzichtbare Dienste wie die Wetter- und Erdbeobachtung gefährdet. (10) Für den Transport der Satelliten soll die Zahl der Raketenstarts auf das 10- bis 20-fache ansteigen - eine Umweltbelastung und ein Risiko für die Ozonschicht. (11)

6. Schädigung von Tieren und Pflanzen: Bei Zugvögeln wurde 2014 durch die Universität Oldenburg unerwarteterweise festgestellt, daß deren Orientierungssinn durch elektromagnetische Strahlung im Mittelwellenbereich gestört wird, und zwar schon bei einem Tausendstel des WHO-Grenzwerts. (12, 13) Bei Bienen wurden ähnliche Wirkungen durch DECT- und Mobilfunk-Strahlung beobachtet. Möglicherweise liegt hier einer der Gründe für den dramatischen Rückgang der Fluginsekten. (14, 15, 16) Auch bei Bäumen gibt es Hinweise auf Schädigung durch Mobilfunkstrahlung. (17)

7. Gesundheitliche Risiken: Die Zahl der Basisstationen und funkenden Geräte wird durch 5G massiv steigen und der Abstand zu den Sendern sinken. Die deutschen Grenzwerte sollen zwar nach aktuellem Stand unverändert bleiben, liegen jedoch bereits zehnfach höher als z.B. in Frankreich oder der Schweiz. (18) Sie basieren auf Empfehlungen der privaten Organisation ICNIRP in München. Dabei wurden ausschließlich thermische Wirkungen berücksichtigt, welche erst bei sehr hohen Strahlungsintensitäten auftreten. (19, 20) Biologisch wirksame Effekte, z.B. Veränderungen im Zellstoffwechsel, wurden aber schon weit unterhalb dieser Grenzwerte nachgewiesen. (5) Eine zunehmende Anzahl von Menschen scheint mit verschiedenen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen u.a. auf elektromagnetische Strahlung zu reagieren. (21) Seit 2007 warnt die EU-Umweltagentur ausdrücklich vor gesundheitlichen Gefahren des Mobilfunks. (22) Die tumorbeschleunigende Wirkung wurde inzwischen sogar von Mobilfunkbefürwortern in Tierversuchen bestätigt. (5)
Die bisher versteigerten Frequenzen liegen noch im Wifi-Bereich. Doch mittelfristig sind viel höhere Frequenzen geplant. Über deren Auswirkungen gibt es bisher kaum Erkenntnisse. Nicht umsonst fordern viele Ärzte und Wissenschaftler einen Stopp von 5G.  (5, 23)

8. Finanzielle Risiken: Die neuen smarten Geräte funken laufend ihre Messdaten in die Welt. Mit geeigneter Ausrüstung kann ermittelt werden, wo gerade niemand zuhause ist bzw. wo sich ein Einbruch lohnt. (24)
Für 5G müssen in Abständen von ca. 150 Metern Sender installiert werden. Mobilfunk-Antennen in der Nähe von Häusern können den Immobilienwert deutlich mindern. (25,
26)
Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re zählt 5G inzwischen zu den größten globalen Risiken für die Industrie - in einer Reihe mit dem Klimawandel (!). (27)


9. Persönlichkeitsrechte: 5G bedeutet eine immer penetrantere Durchleuchtung der Privatsphäre durch Einbeziehung aller Lebensbereiche in die ”Matrix”: Smartphone, Smartmeter, Smart Home... Dies widerspricht Artikel 13 des Grundgesetzes, der die Unverletzlichkeit der Wohnung garantiert. (28)
Schon in einer Demokratie erscheint das unzumutbar. Und keine Demokratie ist für alle Zeit gesichert. Das Internet der Dinge in der Hand eines verbrecherischen Regimes - ein absoluter Alptraum. In China kann man die Anfänge live beobachten (Sozialpunktesystem). (29)


10. Verwundbarkeit des Staates: Viele bisher noch autonom und störsicher funktionierende Geräte sollen für 5G mit Elektronik aufgerüstet und mit dem Internet verbunden werden. Zudem ist zu befürchten, daß etliche Gerätehersteller keinen gesteigerten Wert auf regelmäßige Sicherheitsupdates legen, sondern eher nach dem Prinzip "sell and forget" handeln. Schon 2016 wurden in den USA Teile des Internets lahmgelegt, indem über 100 000 Geräte, u.a. vernetzte Toaster, für eine Attacke mißbraucht wurden. (30) 5G treibt somit die ohnehin schon enorme Verwundbarkeit des Staates ohne Not auf die Spitze. Erpressung und weitreichende Sabotageakte durch Hacker oder feindliche Nationen sind denkbar. (31)
Es ist sogar möglich, den Großteil der elektronischen Infrastruktur mehrerer Staaten auf einen Schlag physisch zu zerstören. Selbst Länder wie Nordkorea oder von ihnen unterstützte Terrororganisationen wären vermutlich dazu fähig. Durch die weiträumige Wirkung des NEMP (nuklearer elektromagnetischer Puls) reicht eine einzige Waffe, die - von einem Schiff aus gestartet - nicht unbedingt rückverfolgbar ist. Hier versagt auch die atomare Abschreckung, weil nicht klar ist, gegen wen sich ein Vergeltungsschlag richten sollte. Schutzmaßnahmen sind teuer und daher meist nur für militärische Einrichtungen vorhanden.
Es scheint, dass dieser Punkt vor lauter Profitstreben und Fortschrittsglauben gerne verdrängt wird. Doch Tschernobyl und Fukushima zeigen, dass ”extrem unwahrscheinliche” Ereignisse viel öfter eintreten, als von Experten berechnet. Im worst case funktioniert dann, vom intelligenten Bauernhof über Logistik, Industrie, Finanzwirtschaft usw. einfach nichts mehr. Dies betrifft auch elementare Dinge wie die Versorgung mit Nahrung und Wasser. Eine mittelalterliche Gesellschaft hätte vermutlich höhere Überlebenschancen. (32, 33, 34)

Sinnvollere Konzepte: 5G wird als alternativlos hingestellt, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Dabei gibt es Alternativen, die - vernünftig umgesetzt - für die Gesundheit nach bisherigen Erkenntnissen völlig unkritisch sind: Glasfaser und VLC (visible light communication). (35, 36) Autonomes Fahren ist auch ohne 5G machbar. (37) Roboter-Chirurgie wird üblicherweise in Kliniken durchgeführt und benötigt daher keine (störanfällige) Funkverbindung. Beim Mobilfunk kann durch Trennung von Indoor- und Outdoor-Versorgung die Strahlungsintensität auf einen Bruchteil reduziert werden (St. Gallener Modell). (38)

Global gesehen stehen wir vor vielen bedrohlichen Problemen, die innerhalb der nächsten Generation aufschlagen. 5G löst kein einziges davon, sondern verschärft vorhandene und schafft neue dazu.

In Brüssel und 3 Schweizer Kantonen wurde 5G wegen Gesundheitsrisiken gestoppt.  (39, 40
)

Denken first - Digital second !  -  Hoffentlich auch in Ravensburg.


Quellen (verlinkt):

  1. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1422
  2. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/warum-mit-5g-die-funkloecher-nicht-verschwinden-15798506-p2.html
  3. https://www.deutschlandfunkkultur.de/oekonom-tilman-santarius-warnt-vor-dem-stromfresser.1008.de.html?dram:article_id=433497
  4. https://www.golem.de/news/studie-internet-of-things-entpuppt-sich-als-stromfresser-1407-107714.html
  5. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/mobilfunk-wie-gesundheitsschaedlich-ist-5g-wirklich/23852384.html
  6. https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/552455-Smart-Meter-haben-kurzes-Leben.html?em_no_split=1
  7. https://www.zeit.de/digital
  8. https://www.heise.de/select/ct/2017/7/1490969807376118
  9. https://epicenter.works/content/smart-meter-ueberwachungstechnologie-fuer-jeden-haushalt
  10. https://www.spektrum.de/news/wie-gefaehrlich-sind-elon-musks-starlink-satelliten/1648728
  11. https://www.heise.de/tp/features/Allein-SpaceX-will-12-000-Satelliten-in-eine-Umlaufbahn-bringen-4421069.html
  12. https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article127753747/Selbst-schwacher-Elektrosmog-stoert-die-Orientierung-von-Zugvoegeln.html
  13. https://www.nature.com/articles/nature13290
  14. https://www.n-tv.de/wissen/Mobilfunk-fuehrt-zum-Bienentod-article901585.html
  15. https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/307244/elektrosmog-ist-gift-fur-bienen
  16. https://www.diagnose-funk.org/themen/mobilfunk-versorgung/umwelt-landwirtschaft/mobilfunkstrahlung-beeintraechtigt-bienen
  17. https://www.diagnose-funk.org/themen/mobilfunk-versorgung/umwelt-landwirtschaft/baumschaeden-mobilfunkantennen/baumschaeden-im-umkreis-von-mobilfunksendeanlagen
  18. https://www.5g-anbieter.info/technik/grenzwerte.html
  19. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1304
  20. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1375
  21. https://www.netdoktor.at/krankheit/elektrohypersensitivitaet-6893494
  22. https://www.swr.de/report/presse/29-eu-umweltagentur-mobilfunk-birgt-gesundheitsgefahr/-/id=1197424/did=2756110/nid=1197424/1fg5vj1/index.html
  23. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1405
  24. https://www.swr.de/swraktuell/smart-meter-datenschuetzer-warnen-der-spion-aus-der-steckdose/-/id=396/did=15941340/nid=396/1jgyd48/index.html
  25. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=422
  26. https://www.nau.ch/news/schweiz/5g-antennen-mobilfunkanbieter-zahlen-hausbesitzern-halbe-million-65526065
  27. https://www.swissre.com/media/news-releases/nr-20190522-sonar2019.html
  28. https://www.openpetition.de/petition/blog/smart-city-diessen-stoppen/6
    s.a. Art 13, GG, Kommentar, 14. Auflage, Beck Verlag, Jarass / Pieroth: "Eine Überwachung von Vorgängen in einer Wohnung von außen ohne körperliches Betreten stellt einen Eingriff dar, wenn mit Hilfe technischer Mittel ein Einblick auf Vorgänge erreicht wird, die “der natürlichen Wahrnehmung” von außen entzogen sind.”
  29. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_84272902/sozialpunktesystem-wie-china-die-totale-kontrolle-seiner-buerger-plant.html
  30. https://t3n.de/news/iot-geraete-ddos-attacke-758325/
  31. https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/huawei-und-5g-hacker-ueber-hintertueren-und-den-kill-switch-a-1255035.html
  32. https://www.heise.de/tp/features/Schutz-vor-einem-EMP-Angriff-3222031.html
  33. https://www.heise.de/tp/features/Wer-wird-zuerst-eine-EMP-Waffe-einsetzen-3929061.html
  34. https://www.zeit.de/1982/01/weltraumblitz-im-mikrochip/komplettansicht
  35. https://de.wikipedia.org/wiki/Visible_Light_Communications
  36. https://www.diagnose-funk.org/themen/mobilfunk-alternativen/visible-light-communication/vlc-daten-unterwegs-im-licht
  37. https://www.vdi.de/news/detail/braucht-autonomes-fahren-die-datenautobahn-5g
  38. https://www.diagnose-funk.org/themen/mobilfunk-alternativen/intelligente-mobilfunkversorgung
  39. https://www.infranken.de/ueberregional/bruessel-und-genf-stoppen-5g-netz-ausbau-strahlung-gefaehrlicher-als-gedacht;art55462,4170326
  40. https://www.bazonline.ch/schweiz/standard/jura-stoppt-5g-ausbau/story/20889981